Diese Bild zeigt im Hintergrund eine Stadt. Im Vordergrund sind elektronische Symbole und Symbole von Haushalts- und Gebruachsgegenständen , wie zum Beispiel einem Haus, eine Solarpanel, einem Auto, einer Waschmaschine, einem Monitor, einer Glühbirne, einem Stecker, einer Überwachungskamera, einem WLAN-Zeichen, einem Smartphone, einer Wolke und einem Mikrofon dargestellt, die miteinander vernetzt sind,.
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Die nächste Generation des Internets (Next Generation Internet)

Das Internet ist zu einer kritischen Infrastruktur für Europa geworden, da nahezu alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche von zuverlässiger Konnektivität, sicheren Diensten und vertrauenswürdiger Datenverarbeitung abhängen. Gleichzeitig bestehen zentrale Herausforderungen wie Sicherheits- und Datenschutzrisiken, mangelnde Barrierefreiheit, ungleicher Zugang, begrenzte Nutzerkontrolle über persönliche Daten sowie Manipulation und Desinformation.​

Von NGI zu Web 4.0 und Open Internet Stack

Die Internetinitiative der nächsten Generation (Next Generation Internet, NGI) hat in Horizont 2020 und den ersten Arbeitsprogrammen von Horizont Europa die Grundlage für ein offenes, menschenzentriertes und vertrauenswürdiges Internet gelegt. Ziel war es, Schlüsseltechnologien und Infrastrukturen zu entwickeln, die Datenschutz, digitale Souveränität, Inklusion und europäische Werte im Netz stärken.​

Im Arbeitsprogramm 2026–2027 von Horizont Europa, Cluster 4 „Digital, Industry and Space“, werden diese Ziele weitergeführt, allerdings nicht mehr unter einem eigenständigen NGI‑Label, sondern integriert in verschiedene digitale Themenstränge. Dazu gehören insbesondere das Telco‑Edge‑Cloud‑Kontinuum (3C), der „Open Internet Stack“ sowie die Themen zu Web 4.0 und virtuellen Welten in Destination „Digital and industrial technologies driving human-centric innovation“.​

Menschenzentriertes, vertrauenswürdiges Internet

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Vision eines menschenzentrierten, vertrauenswürdigen Internets, das nutzerfreundlich, inklusiv und sicher ist. Dazu gehören eine vollständige Konnektivität und Zugänglichkeit für alle Nutzerinnen und Nutzer, transparente Empfehlungssysteme, ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten sowie der Schutz vor Manipulation und Desinformation.​

Das Arbeitsprogramm 2026–2027 betont dabei vertrauenswürdige digitale und industrielle Technologien, inklusive sicherer Dateninfrastrukturen, vertrauenswürdiger KI, robuster Netze und einer starken europäischen Position bei offenen Standards und interoperablen Lösungen. So sollen technologische Souveränität, demokratische Teilhabe und Grundrechte auch in zukünftigen Internetgenerationen gesichert werden.​

Intelligente Netze, 3C und Open Internet Stack

Ein zentrales Element ist die Weiterentwicklung intelligenter Netzwerke und Dienste entlang des Telco‑Edge‑Cloud‑Kontinuums („Connected Collaborative Computing“, 3C), das leistungsfähige Konnektivität mit verteilter Rechenleistung von der Cloud bis zum Netzrand verbindet. Damit sollen datenintensive, latenzkritische Anwendungen – etwa im industriellen Internet der Dinge (IoT), in der erweiterten Realität oder in sicherheitskritischen Bereichen – effizient und sicher umgesetzt werden.​

Der Open Internet Stack adressiert offene, interoperable und souveräne Software‑Bausteine entlang des gesamten Internet‑Stacks. Hierzu gehören beispielsweise offene Protokolle, sichere Implementierungen von Kern‑Internetdiensten sowie offene Werkzeuge und Plattformen, die europäische Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Interoperabilität berücksichtigen. Entsprechende Topics zielen auf „Open Internet Stack Sovereign Solutions“ und „Open Internet Stack Support for Scale“.​

Interaktive Technologien, Web 4.0 und virtuelle Welten

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung interaktiver und immersiver Technologien im Kontext von Web 4.0 und virtuellen Welten. Im Cluster‑4‑Arbeitsprogramm 2026–2027 werden mit Unterstützung der europäischen Partnerschaft „Virtual Worlds“ Themen gefördert, die Kerntechnologien für Virtual Worlds und Web 4.0 ebenso adressieren wie ein offenes architektonisches Rahmenwerk und Anwendungen auf Basis des Open Internet Stack.​

Diese Technologien werden häufig mit künstlicher Intelligenz kombiniert, zum Beispiel in virtuellen Agenten, Sprach‑ und Interaktionsschnittstellen oder Tools zur Automatisierung der Barrierefreiheit. Sie sollen eine umfassendere, benutzerorientierte und inklusive Nutzung digitaler Dienste ermöglichen – von zugänglichen Bildungs‑ und Kulturangeboten über kollaborative Arbeitsumgebungen bis hin zu neuen Formen der partizipativen Online‑Interaktion.​